Skip to main content

Hannah Villiger

1951 - 1997
Geschlecht
weiblich
Nationalität
Schweiz (CH)
Typ
Person
Weitere Links
Biografie
„Es war nicht von Anfang an mein Konzept, mein Leben abzulichten. (...) Ich komme immer wieder auf die Polaroids zurück, weil diese effizienter all das einlösen, was mir wichtig erscheint. Ich sehe die Polaroidvergrösserungen gar nicht so sehr fotografisch; ich sehe sie mehr als Haut oder besser gesagt als Materie. Ich fotografiere um meinen eigenen Körper herum, ich kann verformen, Ausschnitte wählen, es ist, als ob ich eine Figur modellieren würde“, schreibt Hannah Villiger über ihr Arbeiten. Ihr Werk lässt sich nicht einfach verorten. In den 90er-Jahren ist es beispiellos und ohne Nachahmer. Auch über zwanzig Jahre nach ihrem frühen Tod wirkt es zeitgenössisch und modern. Es ist das Werk einer konsequent arbeitenden Künstlerin und es erscheint gegenwärtig und aktuell, weil es aus einem subjektiven Verständnis des Körpers heraus entwickelt wurde. Wie damals muten die Blow-ups der Polaroidfotografien auch heute noch direkt und offen an. Sie sezieren den Körper, ohne ihn zu entstellen, zeigen unbeschönigt Emotionen, die nicht konstruiert wirken. Die Bilder lassen Arme, Beine, Füsse und selten einen Gesichtsausdruck erkennen. Die Körperteile erinnern an den eigenen Leib und bleiben gleichzeitig in abstrakter Distanz. Es erstaunt nicht, dass Hannah Villigers Freundschaft mit dem Künstler Rémy Zaugg auch für ihr Werk bedeutsam wurde, galt doch Zaugg als Spezialist für Wahrnehmungsfragen des Bildes. Beide interessierten nicht nur die abstrakten Möglichkeiten des Bildes, sie setzten sich auch mit Fragen der Farbgebung und der Komposition auseinander und entwickelten daraus ein wiederkehrendes Grundvokabular, das ihr Werk prägte.