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Ernst Friedrich Stocker-Rudin (Coghuf)

Bewegung, 1934
Datierung
1934
Kategorie
Material / Technik
Öl auf Jute
Masse
Bildmass: 276.5 x 347.5 x 5 cm
Inschrift
Name, Datierung: Coghuf 32-34 (recto, unten links)
Zugang
Ankauf: Wettbewerb Wandbild für die Schalterhalle in der Hauptpost, 1931 realisiert / fertiggestellt 1934
Inventarnr.
955
Copyright
Martin Bühler, Basel
Beschreibung
Der 1905 geborene Coghuf, der eigentlich Ernst Stocker hiess, kehrte Anfang 30er-Jahren aus der farbentrunkenen Naturbegeisterung des Rot-Blau-Expressionismus zur farbloseren Realität der Stadt mit ihren sozialen Problemen zurück. Mit seinem 1932 bis 1934 für die Schalterhalle des Hauptpostgebäudes geschaffenen grossen Wandbild „Bewegung“ thematisiert Coghuf die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre, die zu einem Rückgang des Volkseinkommens in der Schweiz um fast 20 Prozent führte. In Europa war es Deutschland, das mit seinen über sechs Millionen Arbeitslosen 1932 am härtesten getroffen wurde. Coghufs Bild zeigt eine kompakte Gruppe von müden Arbeitern, die auf einer staubigen Strasse schweren Schrittes und zu einer Bewegung vereinigt auf den Betrachter zukommt. Das scheinbare Näherkommen der der Gestalten wird durch die Grössenverhältnisse suggeriet, ähnlich eines kinematographischen Bildes. Unwillkürlich drängt sich das Filmpionierwerk der Brüder Lumière auf. Im Aufbau erinnert die Komposition an Edvard Munchs „Arbeiter auf dem Heimweg“ aus dem Jahr 1914. Coghuf bedient sich hier der Ikonografie des proletarischen Internationalismus. Das Werk stiess auf Ablehnung des Publikums, des Generaldirektors der PTT und des Direktors der eidgenössischen Bauten. "Wie man früher an den unmöglichsten Orten Kruzifixe aufhing, so werden jetzt an den unpassendsten Orten Proletarierszenen gemalt." kommentierte Peter Meyer 1931 in der Zeitschrift "Das Werk". Das Gemälde wurde zuerst verhüllt und schliesslich durch ein anderes Werk ersetzt.