Andres Lutz
Tunguska, 1992
Personen
Datierung
1992
Kategorie
Unterkategorie
Material / Technik
Gouache auf Papier
Masse
Rahmenmass: 166,3 x 248,7 x 5,0 cm
Inschrift
Datierung: A.L. 92
Zugang
Ankauf: Gruppenausstellung „Öffnungszeit“ im Haus zum Gold, 1993
Inventarnr.
1993.2
Copyright
Gina Folly
Beschreibung
Am 30. Juni 1908 ereignet sich im mittelsibirischen Gebiet des Flusses „Steinige Tunguska“ eine Explosion von unbeschreiblichem Ausmass. Die bis heute nicht restlos aufgeklärte Naturkatastrophe, ausgelöst durch einen Meteoriten oder Kometen, verwüstet eine Fläche von über 2000 km2, wirbelt Hirten und Tiere durch die Luft und entwurzelt jahrhundertealte Lärchen. Sogar im 70 km entfernten Wanawara stürzen Häuser ein und seismologische Stationen halten bis nach Jena und Washington D.C. Erschütterungen fest. Von Europa bis Asien bleibt der Himmel drei Tage lang seltsam hell, doch da nur sibirische Zeitungen den „Feuerball“ beschreiben, werden Zusammenhänge erst mit Beginn der ersten Forschungen rund zwanzig Jahre nach dem Ereignis vermutet. Die rätselhafte Ursache der Tunguska-Explosion entlockt der Phantasie der Menschen Theorien über Ausserirdische oder Nukleartests.
In Andres Lutz‘ „Tunguska“ recken Hände vor einer grünen Hügellandschaft nach oben, Köpfe rauchen oder sind schwindlig in ein Labyrinth gelegt, Funken sprühen. Die Flugzeuge, mit „Eroflott“ und „Inferno“ beschriftet, die den Bildrand in farbigen Vierecken umkreisen und am unteren Bildrand übergehen in Feuersbrünste, stellen implizit neue Vermutungen hinsichtlich des historisch verbrieften Ereignisses in den Raum.
Andres Lutz bildet seit 1996 zusammen mit Anders Guggisberg (geb. 1966) das Künstlerduo Lutz&Guggisberg, dessen Werke im In- und Ausland immer wieder in namhaften Institutionen ausgestellt werden.
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