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Christoph Büchel
Wallet Kit (Homeless Depot), 2000
Personen
Datierung
2000
Kategorie
Unterkategorie
Material / Technik
Vordergrund: Umzugskarton, Paketband braun & transparent (selbstklebend), Versandetikett, Klebeband weiss/rot mit Logo „New Yorker“
Auf Karton: Rollen Isolierband grau (selbstklebend) ; Portemonnaie aus grauem Isolierband, bedrucktes Papier, Plastiktüte (weiss)
Hintergrund: Stuhl (Stoff & Aluminium)
Masse
Objektmass: 63 x 62 x 53 cm
Zugang
Ankauf: Wettbewerb Atelierbesuche 2000
Inventarnr.
2005.12
Copyright
Kunstkredit Basel-Stadt
Beschreibung
Christoph Büchels Installation „Homeless Depot“ in San Francisco trifft 1999 einen Nerv der Zeit: Die Obdachlosigkeit in der kalifornischen Grossstadt gehört in dieser Epoche zu den Höchsten der ganzen USA. Das Obdachlosenproblem ist wegen anstehender Bürgermeisterwahlen während der Ausstellung ein wichtiges Thema. Und so fertigt Büchel eine skulpturale Parodie in Form eines Supermarktes für Obdachlose, eine Art amerikanischer „One-stop Shop“, der laut Büchel auch Müll kapitalisiert. Ein Supermarkt mit vier Abteilungen: „Homes“, „Transportation“, „Employment“, „Recreation“.
„Wallet Kit (Homeless Depot)“ gehört wie auch „Cigarette Kit (Homeless Depot“ (ebenfalls in der Sammlung des Kunstkredits, Inv. Nr. 2005.11) innerhalb der Installation zur Kategorie „Employment“. Auf einem Umzugskarton befinden sich eine Reihe von Portemonnaies aus Isolierband, die hier offenbar zum Verkauf angeboten werden. Hinten ist ein unfertiger Geldbeutel zu sehen, der bisher nur aus einem Streifen Band besteht. Trotz des profanen Materials sind die Beutel mit verschiedenen Karten- und Geldfächern voll funktionsfähig. In den Fächern befinden sich Kreditkarten aus Papier von gängigen Kreditinstituten. Im Gegensatz zu den Portemonnaies sind die Kreditkarten ganz offensichtlich nicht zu gebrauchen. Der Verkäufer, der auf einem kleinen Campingstuhl hinter dem Karton Platz nehmen könnte, scheint gerade abwesend zu sein. So bleibt das Publikum in dieser skurrilen Szenerie eines unwirklichen Kaufmannsladens allein zurück. Dadurch entsteht ein Wechsel- und Verwirrspiel zwischen Realität und Fiktion, in welchem das Publikum nicht mehr weiss, ob und in welchem Moment die Alltagsobjekte tatsächlich in den Kunstkontext transportiert werden. Trotz des Anscheins eines Supermarktes gibt es nämlich in Büchels Display nichts zu kaufen.
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