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Susi Juvan

Versailles IV (Madame Pompadour, nach François Boucher), 2012
Datierung
2012
Kategorie
Unterkategorie
Material / Technik
Acryl auf Leinwand
Masse
Bildmass: 180,3 x 140,2 x 2,7 cm
Zugang
Ankauf: Wettbewerb Atelierbesuche 2012
Inventarnr.
2012.21
Copyright
Serge Hasenböhler
Beschreibung
Als Vorlage für dieses Gemälde diente Susi Juvan eine Reproduktion der 1758 vom französischen Hofmaler François Boucher porträtierten Marquise de Pompadour. Sie liegt mit ihrem ausufernden Kleid in einem aufwendig inszenierten Ambiente, das Buch im Schoss, den klugen Blick in die Ferne gerichtet, ein Hündchen zu ihren Füssen, die keck in rosaroten Seidenschuhen stecken. Rosen besetzt ist das Gewand, Rosen schmücken das hochgesteckte Haar und Rosen liegen feinsinnig platziert auf Boden und Büchern. Es ist das Bild einer mächtigen, ihrer Rolle bewussten und sie ausfüllenden Frau, die wenig dem Zufall überlässt. Deswegen ist auch das Bild bis ins kleinste Detail komponiert und ausgefeilt und mit Bedeutung ausgestattet. Susi Juvan, durch diese nichts dem Zufall überlassende Vorgabe angezogen, versucht in einem langwierigen Prozess, die strenge Komposition und Ordnung zu zerstören und aufzulösen. Sie entfesselt und befreit die Malerei aus ihren kompositionellen Zwängen und Zusammenhängen, ohne jedoch das Motiv ganz aus den Augen zu verlieren. Fast könnte man die Metapher bemühen vom „Schiff im Sturm", das sich gegen die ungestümen Wellen behaupten muss. Susi Juvan kämpft mit ihrer Malerei gegen definierte Formen und Hierarchien im Bild an. Sie sucht, nach eigenen Worten, nach einem demokratischen Zustand, einer Gleichwertigkeit der Dinge, einer Balance zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit, zwischen Farben und Formen. Entsteht in Bouchers Bild eine flirrende Gesamtstimmung durch das Zusammenspiel von Materialqualitäten und Oberflächen, glänzenden Seidenstoffen, Moiré-Mustern und Spitzenbouquets, so treffen bei Juvan gestisch aufgetragene Flächen mit aufgebrochenen Konturen oder verschwommenem Umriss und breite Pinselstriche, ja Pinselschläge, aufeinander. Sie erzeugen eine energische, kühne und bisweilen sogar humorvolle, Gesamtwirkung die zwar nur eine ferne Ahnung an Figürliches lässt, dem Auge des Betrachters aber eine souveräne, dynamische Farbkomposition präsentiert. Diese teilt – bei aller radikalen Unterschiedlichkeit – mit der Vorlage eine entscheidende Eigenschaft: das Atmosphärische.
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