Karl Hindenlang
Totentanz, 2. Fassung, 1946
Personen
Datierung
1946
Kategorie
Unterkategorie
Material / Technik
Öl und Gouache auf Leinwand
Masse
Rahmenmass: 189,9 x 259,8 cm
Zugang
Ankauf 1946
Inventarnr.
388
Copyright
Kunstkredit Basel-Stadt
Beschreibung
Während sich die „Amour classique“, 1934, eines traditionellen Bildschemas und Rollenverständnisses bedient und gleichzeitig in der Tradition der „Basler Dunkeltonigen“ gemalt ist, geht der „Totentanz, Zweite Fassung“ ganz neue Wege. Charles Hindenlang war ein Meister der konzeptuellen Übernahme, heute nennt man dies „Appropriation Art“. Einmal malt er wie die Expressionisten, dann kopiert er Neue Sachlichkeit oder Le Corbusier. Hier interessieren ihn offensichtlich Pablo Picasso und der späte Ernst Ludwig Kirchner. Hindenlang komponiert mit diesen Eindrücken einen modernen Totentanz, in dem er nicht nur Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg, sondern auch Eindrücke der Basler Fasnacht und anderer Totentanzdarstellungen verarbeitet. 1943, im Jahr als Hindenlangs „Totentanz, Zweite Fassung“ fertiggestellt wurde, fand auf dem Basler Münsterplatz unter der Leitung der Tänzerin und Choreografin Marietta von Meyenburg ein grosses Totentanz-Ballett statt, zu dem Charles Hindenlang die Kostüme, der Westschweizer Komponist Frank Martin die Musik sowie der Maler und Bildhauer Walter Bodmer und der Architekt Ernst Egeler die Bühnenkonstruktion beitrugen. In Hindenlangs Totentanz sind die Figuren nicht in Bewegung; sie scheinen in einem Raum gefangen und erstarrt zu sein. Dem Trompeter ist die Luft ausgegangen. Die Katze sitzt regungslos auf dem Fenstersims. Die übrigen Figuren erwarten die erlösenden Schläge des Trommlers, die Bewegung in das Geschehen bringen würden.
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