Max Kämpf
Traumflug, 1944
Personen
Datierung
1944
Kategorie
Unterkategorie
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Masse
Rahmenmass: 200,6 x 299,5 cm
Inschrift
Name, Datierung: Kämpf 43-44 (unten rechts)
Zugang
Ankauf: Auftrag Tafelbilder, 1943
Inventarnr.
412
Copyright
Martin Bühler
Beschreibung
Bevor sich Max Kämpf mit sozialen Fragen zu beschäftigen begann, verarbeitete er Erlebnisse seiner Kindheit. Diese Erinnerungsbilder musste er aus der Bedrängung erlösen und künstlerisch umsetzen. Aus konturlosen Farbflächen seiner Bilder tauchen schmächtige, stille Knabengestalten auf, die unsicher und scheu beieinanderstehen. Der 1941 ausgeschriebene Kunstkreditwettbewerb für ein Wandbild an der Fassade des Waisenhauses stellte ihm eine konkrete Aufgabe zu dieser Thematik. Kämpf, der in der Nachbarschaft des Theodorkirchplatzes aufwuchs, reichte einen poetischen Bildentwurf mit dem Titel „Traumflug“ ein. In aufschwebenden Formen bekräftigt der Maler die Tragfähigkeit eines Traumgefährts: Ein Papierdrachen führt zwei Kinder durch den blaugrauen Himmel. Trotz der eher kühlen Farben strahlt das Bild eine intensive Wärme aus. Eine mit Sternen übersäte Decke umhüllt die beiden Kinderkörper und stellt eine diagonale Verbindung zur Weltkugel her. Der Drachenschweif zeichnet einen luftigen Bogen bis zum Mond. In der unteren linken Ecke ragt ein Kirchturmhahn ins Bild, dem das Mädchen mit träumenden Augen die Hand entgegenstreckt. Der Knabe liegt mit satt am Körper anliegendem Arm schlafend über dem Mädchen. Der Entwurf wurde von der Jury zur Ausführung empfohlen. Gegen diesen Entscheid stellte sich die Kommission des Waisenhauses. Es sei ein unsittliches und anstössiges Bild, weil ein Knabe und ein Mädchen unter einer Decke lägen. 1943 erteilte die Kunstkreditkommission dem Maler den Auftrag, den zwei Jahre zuvor eingereichten Entwurf als Tafelbild auszuführen. Viele Jahre hing es seither im Kunstmuseum Basel, zuletzt im Vortragsaal.
Schlagworte
Zugehörige Highlights

