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Claudia und Julia Müller
Zoo, 2003
Personen
Datierung
2003
Kategorie
Unterkategorie
Material / Technik
Acryl (Airbrush-Farbe) auf säurefreiem Papier, 3-teilig
Masse
Blattmass: 160 x 120 cm / 160 x 219 cm / 29,7 x 21 cm
Rahmenmass: 171,6 x 131,3 x 6,0 cm / 171,6 x 230,5 x 6,0 cm / ohne Rahmen
Inschrift
Keine Signatur
Zugang
Ankauf: Wettbewerb Atelierbesuche, 2002
Inventarnr.
2003.13.1-3
Copyright
Kunstkredit Basel-Stadt
Beschreibung
„Zoo“ heisst das dreiteilige Werk von Claudia und Julia Müller, das aus zwei grossformatigen Bildern und einem mit Schreibmaschine geschriebenen Brief besteht. Betrachtet man zunächst die beiden grossformatigen Bilder, sieht man entgegen den Erwartungen, die der Werktitel evoziert, keine Tiere. In allen Schattierungen eines braunen Farbtones sind mit wässriger Airbrush-Acrylfarbe Menschen und Zäune gezeichnet. Auf dem ersten Bild stehen hinter einem Zaun in einer Reihe fünf Männer in rockartigen Gewändern, barfuss, die den Betrachter und die Betrachterin anblicken. Dahinter stehen zwei Männer mit Schnauz in Anzügen, ebenfalls mit dem Gesicht nach vorne, wobei der rechts stehende einen der Männer in der vorderen Reihe zu beobachten scheint. Die Hautfarbe und Physiognomie lässt vermuten, dass die Männer in der vorderen Reihe afrikanischer und die hinteren europäischer Abstammung sind. Auf dem zweiten Bild zeigt sich eine ähnliche Szene. Erst durch das Typoskript des Briefes wird einem unangenehm klar, was dargestellt ist.
Die Geschwister Claudia und Julia Müller, die seit 1992, einem Jahr nach Bezug ihres gemeinsamen Ateliers, als Künstlerpaar arbeiten, greifen in vielen ihrer Werke auf fotografische Vorlagen und historische Dokumente zurück. In der dreiteiligen Arbeit „Zoo“ setzen sie sich auf Grundlage von Unterlagen aus dem Staatsarchiv mit einem Stück Basler Geschichte auseinander. Für die in Basel zwischen1879 und 1935 etwa alle zwei Jahre organisierten „Völkerschauen“ mussten Menschen aus Amerika, dem heutigen Sri Lanka, Afrika, Russland oder Australien zum Spektakel der Einheimischen Tänze und Zeremonien vorführen, die das vermeintlich „kriegerische“, „wilde“ und „unzivilisierte“ „Wesen“ der „Fremden“ in den Vordergrund rücken sollten. Der Zoologische Garten Basel als Austragungsort dieser Veranstaltung war auf diese „exotischen“ Sonderwochen angewiesen, da sie rund 20% der jährlichen Eintritte ausmachten.
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